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Meine recht ungewöhnliche Reise nach Kuba

Auch wenn nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Reisen nach Kuba relativ problemlos, meist in Touristenzentren um Varadero herum möglich sind, interessierte mich eher eine Individualreise nach Kuba. Diese unternahm ich im April 2003. Also flog ich mit der Air France über Paris nach Holguín, im Osten Kubas gelegen. Dort angekommen konnte ich während der Wartezeit in der Halle meinen Nikotinpegel wieder auf Vordermann bringen. Auch die Abfertigung war einzigartig. Im Hintergrund hatten die Zöllner Musik (comandante Che Guevara) laufen, und als ich ein paar Verse mitgesungen hatte, wurde ich mit Schulterklopfen sehr schnell und freundlich durchgelassen.

Ein Taxi war problemlos zu bekommen und auch mein Wunsch nach einer “ casa particular“ also einer Privatunterkunft wurde sofort umgesetzt. Da ich spanisch spreche, war die Verständigung auch bei den Verhandlungen bei der sehr netten, älteren Vermieterin völlig problemlos. Für 25 US Dollar täglich hatte ich eine angenehme Unterkunft mit Klimaanlage, Frühstück und Familienanschluss. Der Taxifahrer, Roberto, bot mir seine Dienste an und gab mir seine Telefonnummer. Abends hat die Wirtin Maria mir ein köstliches Abendessen zubereitet, Informationen über Land und Leute inklusive. Ja, sie glaube an Fidel Castro und an die Revolution. Kuba befinde sich – so erklärte sie mir- in einer schwierigen Phase durch den Zerfall der Sowjetunion aber der „Comandante“ wie die Cubaner Fidel Castro gerne nennen sei Herr der Lage. Nach dem vierten Mojito wollte ich Herr meiner Lage bleiben und verabschiedete mich in mein Zimmer.

Havanna

Havanna ©iStockphoto/Peeter Viisimaa

Meine Einkaufserlebnisse in Holguin

Roberto holte mich morgens ab. Er war Grundschullehrer und verdiente sich einige Pesos nebenbei mit dem Taxifahren. Wenn er in der Schule unterrichtet, fährt sein Bruder Jose das Taxi. Er zeigte mir die Stadt Holguín und Umgebung, wir fuhren zum Markt, der erst seit kurzer Zeit existierte. Hier können Privatleute der Region ihre selbst angebauten Lebensmittel verkaufen. Für deutsche Verhältnisse extrem billig, für Cubaner ohne Zusatzeinkommen fast unerreichbar. Wir bezahlten in Pesos, die Roberto vorher eingetauscht hatte. Mir fiel auf, dass kein Rindfleisch oder Fisch angeboten wurde. Kein Problem für Roberto. Willst Du Languste, Steaks, was braucht du? fragte er und kaum ausgesprochen fuhren wir in ein Privathaus wo wir zu einem absoluten Spottpreis frische Langusten kaufen konnten. Diese bereitete Maria am Abend mit einer köstlichen Soße und ich lud auch Roberto und seine Frau zum Abendessen ein. Ein sehr schöner und informativer Abend mit unzähligen Rumcocktails verbrachten wir bei cubanischer Musik.

Guardalavaca, ein herrlicher Ort, ein beeindruckender Strand

Am nächsten Tag fuhr mich Roberto nach Guardalavaca, wo ich eine Woche Strandurlaub auch in einer Privatunterkunft verbrachte. Herrliche Strände, türkisblaues Wasser, nette Menschen, tolle Gespräche … und überall Musik. Auf den Straßen wird gesungen und getanzt. Als mich Roberto nach einer Woche abholte, wäre ich gerne noch geblieben. Die Straße in Richtung Holguín war recht abenteuerlich und am Straßenrand winkten Leute, die mitgenommen werden wollten. Kein Problem, das Auto war groß genug. Und so hatten die angenehme Begleitung einer Ärztin, die nach Holguín reiste. Ihre Lebensgeschichte hat mich tief beeindruckt, ihr Monatsverdienst um die 25 US Dollar reiche kaum, aber sie war glücklich.
In Holguín verbrachte ich noch einige Tage bei tollem Wetter und noch besserem Essen, bis es Zeit wurde, den Rückflug anzutreten. Roberto, die Ärztin Elsa und ich sangen zum Abschied das Che-Guevara-Lied und ich versprach zurückzukommen.

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