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Viermal Dresden-Havanna und zurück bitte!

Dass wir uns ausgerechnet Kuba als Urlaubsziel ausgesucht hatten, stieß innerhalb des Bekanntenkreises nicht auf besonderen Zuspruch. „Kuba? Wollt Ihr wieder in den Sozialismus?“ „Bringt mir ein paar Zigarren mit!“ So und ähnlich lauteten die teilweise abwertenden Kommentare. Auch der eigene Nachwuchs ließ mit hörbarer Kritik nicht lange auf sich warten. „Nö da gibt’s ja nichts Besonderes.“ und „Die hören ihre Musik doch noch in Schwarz-Weiß“ wurden zum abendlichen Tischgespräch.

Dabei sollte es nicht nur eine Familienreise in die Karibik werden. Wir wollten auch kubanische Freunde und frühere Arbeitskollegen in Havanna treffen, die wir seit der Wende nicht mehr beziehungsweise nur via Internet und Webcam gesehen hatten. Natürlich wollten wir uns auch das wirkliche Kuba abseits von Tourismushochburgen ansehen. Nach den kleineren Scharmützeln und einer unkomplizierten Reisebuchung standen wir nun endlich am Flughafen Dresden und warteten auf unseren Flug, der uns nach kurzem Umsteigen in Berlin endlich nach Havanna bringen sollte.

So viel Wasser – und endlich Land in Sicht.

Nach gefühlten 38 Stunden Flugzeit (tatsächlich waren es nur elf Stunden) und einem hervorragenden Service im Flugzeug erreichten wir Havanna, die Hauptstadt Kubas. Sofort umfing uns ein Hauch von karibischem Flair. Es war, als wären wir in einer anderen Welt gelandet. Selbst unsere vorher wenig begeisterten Kinder vergaßen den zugegeben deutlich spürbaren Jetlag. Unsere Freunde standen mit ihren kompletten Familien im Foyer und begrüßten uns in einer Form, die in Deutschland auch unter wirklich guten Freunden nicht stattfindet. Wie lang vermisste enge Angehörige wurden wir auch von Tanten und Großmüttern unserer kubanischen Freunde herzlich umarmt.

Havanna

Havanna ©iStockphoto/master2

Hotel Mama vs. „Ihr schlaft natürlich bei uns“

Nein, Kuba ist schon lange nicht mehr zurückgeblieben. Im großen Haus unserer Freunde am Stadtrand von Havanna fanden wir den gleichen räumlichen Luxus vor, den wir auch von daheim gewohnt waren. Aber das Leben in Kuba funktioniert nicht wie in Deutschland. Man hat keine festen Zeiten, weder für das Essen noch für das Schlafen. Hier richtet man sich nach dem, was man selbst tun möchte. So hätten wir am nächsten Tag auch gern spätnachmittags aufstehen können, wenn wir es denn gewollt hätten. Dennoch würde uns die Mutter des Gastgebers ein Frühstück bereitet haben, das ich in dieser Form und Größe höchstens in Luxushotels erwartet hätte. Kubaner sprechen nicht über das Leben – sie leben es einfach.

Die Schönheit Havannas

Bei den vielen Besichtigungen, die wir unternahmen, haben uns einige Bauwerke Havannas besonders beeindruckt. Die herrliche Kathedrale San Cristobal im barocken Stil war eines davon. Die asymmetrischen Glockentürme des Gotteshauses berührten uns auf eine seltsame Art. Im Innenraum bestaunten wir die Statue der Virgen de la Caridad del Cobre, welche die Schutzpatronin Kubas ist. Bei einem Besuch der historischen Altstadt durfte der Besuch im Kapitol natürlich nicht fehlen.

Kuba lebt, wegen oder möglicherweise trotz der Diktatur durch Fidel Castro. Das Land wurde von seiner Geschichte geprägt, aber hauptsächlich von seinen Menschen. Wir kehrten tief beeindruckt in unsere Heimat zurück.

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