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Cayo Coco auf Kuba

Ein flottes Tänzchen zu Salsa-Klängen am Strand von Cayo Coco? Warum denn nicht – das gelingt zur Not auch in Badelatschen. Von Kuba sagt man, dass sich auf dieser schönen Insel alle Farben der Karibik vereinen, und für so manchen Urlauber sind sie die schönsten Farben der Welt. Es sind nicht weniger als viertausend Insel, die sich vor Kubas Küstenstreifen ausbreiten. Auch Cayo Coco war einst eine Insel, ehe in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Betreiben von Fidel Castro ein 27 Kilometer langen Damm gebaut wurde, um das paradiesische Island für Urlauber interessant zu machen. Drei Millionen Kubikmeter Steine und Felsen wurden für die neue Straße durch die Bahia de Perros aufgeschüttet. Heute ist das ehrgeizige Projekt längst vollendet und Cayo Coco ist nicht mehr ein weißer Fleck auf der Landkarte des internationalen Tourismus.

Cayo Coco

Cayo Coco ©iStockphoto/vitaldrum

Eine Perle in den „Gärten des Königs“

Cayo Coco ist die viertgrößte der vielen Inseln und Cayos im Norden von Ciego de Avilas. Der Sand ist hier derart weiß, dass er sich selbst bei hohen Temperaturen nie so richtig aufheizt. Diese Insel ist zweifellos eine kubanische Perle und eine Art Wunderland für Urlauber, die sich in ihren schönsten Wochen des Jahres ein außergewöhnliches Ziel wünschen. Selbst jene Gäste, denen die spanische Sprache nicht geläufig ist, haben keine Mühe, Cayo Coco für sich zu übersetzen. Dies ist die „Kokos-Insel“ im Archipel der Jardines Del Rey, den „Gärten des Königs“. Sie gehört an Kubas nördlicher Seite des Atlantiks zur Provinz Ciego de Avila und hat mit Cayo Guillermo, Paredon Grande und Cruz ein paar ebenso sympathische wie sehenswerte Nachbarn.

Ein Hotspot des internationalen Tourismus

Als vor rund zwei Jahrzehnten der Flughafen der Insel in Betrieb genommen wurde, entwickelte sich Cayo Coco sehr schnell zu einem Hotspot des Tourismus. Sehr bald sprach es sich insbesondere in Europa und Kanada herum, dass sich dort die Infrastruktur von den sonstigen kubanischen Gegebenheiten stark abhob. Vor allem dank der Investitionen internationaler Hotelgruppen. Wer mit dem Mietwagen den Damm zur Insel ansteuert, der passiert zunächst den kleinen Ort San Raffael, ehe er den sogenannten Pedraplén erreicht. Hier müssen die Urlauber ihren Reisepass zücken und eine geringe Maut bezahlen. Die Reise über das schmale Band im Meer führt vorbei an etlichen fast ausschließlich unbewohnten Inselchen, und der Besucher bekommt dort den ersten Eindruck von den paradiesischen Zuständen seines Urlaubsziels.

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Einst militärisches Sperrgebiet der Sowjets

Dabei war Cayo Coco über einen längeren Zeitraum seiner Geschichte für Urlauber tabu. Bis zu den späten sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es hier einen sowjetischen Stützpunkt der Luftwaffe und damit ein militärisches Sperrgebiet im sogenannten Kalten Krieg gegen die USA. Als die Insel im Mittelalter eher einer sumpfigen Landschaft mit undurchdringlichen Mangroven-Wäldern ähnelte, soll der spanische Eroberer Diego Velázquez einer der ersten gewesen sein, die Cayo Coco betraten. Er war im 16. Jahrhundert Gouverneur für die spanische Krone und gründete auf Kuba zahlreiche Städte. Nicht in bester Absicht kam der französische Freibeuter Jacques de Sores, der 1555 Havanna überfiel und ausplünderte, um sich dann eine Weile auf der „Kokos-Insel“ in seinem vergänglichen Ruhm zu sonnen.

Exklusivität unter dem Dach der Palmen

Zwischen 1927 und 1955 lebten etwa sechshundert Menschen auf Cayo Coco. Ihren bescheidenen Lebensunterhalt ermöglichten sie sich durch das Abbrennen der Wälder und durch die Herstellung von Holzkohle. Aber erst in der Neuzeit wandelte sich das ehemalige kubanische Schmuddelkind zu einem karibischen Schmuckstück mit erstklassigen Hotelanlagen und exklusiven Resorts. Es entstanden in Sichtweite der weißen Strände nach und nach Restaurants der Spitzenklasse sowie zahlreiche Bars unter dem Dach der grünen Palmen. Die „Gärten des Königs“ als Teil der Inselkette Sabana Camagüey, die nach dem spanischen König Ferdinand II. benannt wurden, ist heute ein beliebtes Ziel für Menschen, die Erholung suchen oder aber auch sportliche Aktivitäten an malerischen Stränden.

Kolonien rosafarbener Flamingos und Pelikane

Die Strände vor Cayo Coco haben die angenehme Eigenschaft, dass sie ausgesprochen seicht zum Meer hin abfallen. An etlichen Stellen können Urlauber und Einheimische einige hundert Meter hinaus waten und dort noch immer mühelos stehen. Die Insel verzaubert ihre Gäste zu jeder Jahreszeit durch eine schier unfassbare Vielfalt der exotischen Landschaft und durch ihren Reichtum an Vögeln. Riesige Kolonien der rosafarbenen Flamingos und Pelikane sind hier beheimatet. Bei einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet Parque Natural El Baga ist aber auch der gar nicht so scheue Ibis zu beobachten. Krokodile und ungiftige Schlangen bevölkern ihren zumeist sumpfigen Lebensraum in den unzähligen kleinen salzigen Seen.

Eine farbenfrohe Welt unter Wasser

Das kristallklare und stets angenehm warme Wasser des Meeres lädt die Besucher ein zu einem unbeschwerten Badevergnügen. Cayo Coco ist aber auch ein Eldorado für Taucher und Schnorchler, denn die Insel liegt in der Nähe des zweitgrößten Korallenriffs der Welt. Exkursionen unter Wasser sind deshalb ein beliebter Wassersport auf Cayo Coco, und an den farbenfrohen Riffen tummeln sich Schildkröten, Rochen, Muränen, Barsche, Seesterne und Papageifische. Profis unter den Tauchern schätzen diese Region auch deshalb, weil die Sicht selbst in größeren Tiefen wegen der geringen Meeresverschmutzung und durch den intensiven Lichteinfall ausgezeichnet ist. Eine Strandwanderung führt auf Cayo Coco zu karstigen Klippen, steilen Küsten, stillen Buchten, idyllischen Lagunen sowie zu einsamen Mooren und dichten Wäldern aus Mangroven.

Auf den Spuren von Ernest Hemingway

Der legendäre Schriftsteller Ernest Hemingway, der viele Jahre auf Kuba lebte, ließ sich von der Landschaft des Jardines del Rey zu seinem Roman „Inseln im Strom“ inspirieren. Das Werk des Literatur-Nobelpreisträgers wurde erst neun Jahre nach seinem Tod veröffentlicht. Hemingway war beeindruckt von der einzigartigen Vegetation der „Gärten des Königs“, von den weißen Stränden und den türkisblauen Wellen. Im Cayo Guillermo, dem kleinen Nachbarn von Cayo Coco, wandeln die Besucher auf den Spuren von Ernest Hemingway. Hier wurde ein Abschnitt jenes Strandes nach ihm benannt, an dem er einst eingeladen wurde, mit den Fischern aufs Meer zu fahren. Heute ist es kein Problem, von Cayo Coco nach Cayo Guillermo zu gelangen. Panoramabusse pendeln zwischen den diversen Strandabschnitten und laden die Gäste ein zu interessanten Entdeckungen auf diesen einzigartigen Inseln.

Mit dem Glasboot zu stillen Buchten

Neben den Tauchgängen zu den schönsten Korallenriffen Kubas mit ihren rund zwanzig interessanten Spots locken auf Cayo Coco vor allem Ausflüge mit dem Motorboot. Vor dem Küstenstreifen gibt es zahlreiche beschauliche und unbewohnte Inseln. Beliebt ist unter anderem ein gläsernes Boot, mit dem sich die artenreiche Meeresfauna beobachten lässt. Mit den Unternehmen „Boat Adventure“ und „Marina Marlin“ sind auch einige der besten Schnorchel-Reviere zu erreichen. Aber auch die verschwiegenen Buchten, wo insbesondere Vogelbeobachter auf ihre Kosten kommen. Und wer eine Abwechslung vom Badeleben wünscht, der kann sich an Kubas erster Outdoor-Kletteranlage versuchen. Das Rocarena Climbing Center ist ein Tummelplatz für Outdoor-Freeks, die unter fachmännischer Betreuung vieles entdecken können.

Inseln voller Anmut im tropischen Kleid

Auch die Umgebung von Cayo Coco hält zahlreiche Sehenswürdigkeiten parat. Zu ihnen zählt ein Ausflug zur südwestlichen Nachbarinsel Cayo Romano. Dies ist ein Eiland, das fast ausschließlich von Fischern bewohnt wird. Am Nordkap der Insel ist der Leuchtturm Punta el Faro so etwas wie das Wahrzeichen von Cayo Romano, und wer die Anhöhe erklimmt, der wird durch einen grandiosen Rundumblick auf die Inseln des Archipels für seine Anstrengungen belohnt. Von Palmen gesäumt sind aber auch die Strände der Insel Cayo Paredon Grande mit ihren schönen Lagunen, die kaum von Touristen bevölkert werden sondern fast ausschließlich von den Roten Ibissen und von Flamingos. Dies alles sind Inseln voller Anmut in einem tropischen Kleid.

Ein Stück Europa in der karibischen Welt

Die Regenzeit, die in der Karibik fast immer eine erhebliche Schwüle und Feuchte mit sich bringt, fällt in den Zeitraum zwischen Mai und Oktober. In diesen Monaten kann auch der ein oder anderen Hurrikan in dieser Region auftreten. Die ideale Zeit für einen Aufenthalt auf Cayo Coco ist die trockene Periode von November bis April. Und wer Abwechslung vom Badevergnügen auf der Insel sucht, der sollte sich zum Küstenort Morón begeben und dort das geruhsame kubanische Alltagsleben in vollen Zügen genießen. Auf halbem Wege ist das Pueblo Holandés ein Besuch wert. Das Dorf wurde in den sechsziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im holländischen Stil errichtet. Und zwar auf Betreiben von Fidel Castros langjähriger Kampfgefährtin Célia Sánchez. So mancher Gast erblickt darin ein Stück des alten Europa in einer karibischen Welt.

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