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Bayamo auf Kuba

Wer Kuba entdecken will, sollte auch abseits der bekannten Touristenpfade wandeln. In der Provinz Granma in Ost-Kuba lockt das malerische Städtchen Bayamo. Heute gut 230.000 Einwohner umfassend gilt Bayamo als zweitälteste Siedlung Kubas und folgt somit Baracoa, welche als älteste Siedlung der Insel deutlich bekannter ist.

Bayamo – Eine der schönsten Städte im Osten Kubas

Bayamo gilt als eine Stadt der Gegensätze und so präsentiert sich die lebendige Provinzstadt heute als moderne Stadt, die jedoch ihren historischen Kern durchaus pflegt. Der Stolz auf die bewegte Stadtgeschichte ist in der Stadt deutlich spürbar. Ein ausgedehnter Stadtrundgang durch das historische und das moderne Bayamo ist ein guter Einstieg, um das besondere Flair der Stadt ausgiebig zu genießen. Besonders der Boulevard der Stadt begeistert. Er gilt als einer der schönsten und facettenreichsten Kubas und lädt nicht nur zum Bummeln ein, sondern auch zum Verweilen. Es lohnt sich zudem auch die Restaurants und Cafés der Stadt zu genießen, denn hier werden landestypische Gerichte nach Originalrezepten serviert. Wer die Lebensfreude auf Kuba ungefiltert genießen möchte, der sollte Samstagabend das Stadtleben auskosten, denn hier wird mit Musik und gutem Essen bis in die Morgenstunden einfach gelebt, gefeiert und genossen.

Die Sehenswürdigkeiten Bayamos

Sicherlich ist das Geburtshaus von Carlos Manuel de Céspedes, dem Gründungsvater und Präsidenten Kubas, die beliebteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Heute dient es der Stadt als historisches Museum. Hier können Besucher in die Geschichte Bayamos und vor allem in die Gründungsgeschichte des heutigen Kubas eintauchen. Vom Kampf gegen die Besatzungsmacht bis zur Präsidentschaft von Carlos Manuel de Céspedes bietet das Museum interessante Einblicke in die Geschichte der Nation.

Bayamo

Bayamo ©iStockphoto/yasmineawwad

Ein Blickfang und zugleich ein geschichtsträchtiger Ort ist die Iglesia Mayor de San Salvador, die Stadtkirche Bayamos. Nachdem die Kirche bereits 1931 zum Kulturgut erklärt wurde und sie 2006 einer Restaurierung unterzogen wurde, erstrahlt das Gebäude bis heute in seinem vollen Glanz. Besonders beeindruckend ist das Renaissance-Altarbild von San Salvador de Palat del Rey. Dieses wurde von zwei Schülern des bekannten Juan de Juni geschaffen, von Guillén Doncel und Juan de Angés. Ebenso interessant wie die Kirche selbst, ist der Vorplatz der Kirche, denn genau hier erklang zum ersten Mal die heutige Nationalhymne Kubas, die „La Bayamesa“.

Eingebettet in den Stadtpark findet sich das Museo Nico López in einer ehemaligen Kaserne. In den Räumen des ehemaligen Offizierscasinos wird anschaulich der Angriff auf die Kaserne durch die Streitkräfte von Fidel Castro im Jahr 1953 dargestellt. Es lohnt sich die Exponate genauer zu betrachten und auch ein Auge für die Räumlichkeiten zu haben. Das ehemalige Kasernengebäude und das umliegende Gelände wurden 2004 zum Nationalmonument erhoben. Grund hierfür ist der historische Wert für die Stadt, aber auch für die gesamte Nation. Im Park um das Museum finden zudem regelmäßig verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt, sodass das Gelände auch heute noch mit Leben erfüllt wird und einer der Treffpunkte in der Stadt ist.

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Einer der wichtigsten Treffpunkte der Stadt ist das Flussufer. Der Fluss trägt den selben Namen wie die Stadt und lädt bei gutem Wetter zum Baden ein. Dies wird von den Bewohnern der Stadt gerne angenommen und so kommt man am Flussufer schnell in Kontakt mit den Menschen der Stadt und kann hier das Leben auf kubanische Weise einfach einmal genießen.

Bayamo die Wiege der Nation und der Nationalhymne

Historisch gesehen ist Bayamo wohl eine der interessantesten Städte Kubas, denn die Stadt ist der Geburtsort von Carlos Manuel de Céspendes (1819 – 1974) der als Gründungsvater der Nation gilt. Als Großgrundbesitzer und kubanischer Freiheitskämpfer, gilt er als einer der maßgeblich Verantwortlichen für den ersten Freiheitskrieg und wurde am 10. April 1869 zum Präsidenten der im Untergrund gebildeten kubanischen Republik. In seiner Zuckermühle „La Demajagua“ in Manzanillo wurde die Unabhängigkeitsbewegung begründet. Aufgrund dessen ließ der Großgrundbesitzer auch alle seine Sklaven frei und bat sie sich dem Kampf für ein unabhängiges Land anzuschließen. Das Jahr 1869 war ein sehr bewegendes Jahr in der Geschichte Bayamos, denn der Ort fiel dem Unabhängigkeitskampf zum Opfer und wurde von den Bewohnern selbst niedergebrannt, um den spanischen Kolonialherrschern den Ort nicht zu überlassen. Zu diesem Einschneidenten Ereignis wurde auch erstmals „La Bayamesa“ gesungen, die Nationalhymne der stolzen Nation Kuba. Der Text und die Melodie stammen von Pedro Figueredo, der ebenfalls der kubanischen Befreiungsbewegung angehörte und den Text in Form eines Gedichtes im Jahr 1868 schrieb. Während das Lied zum ersten Mal am 8. November 1868 von zwölf Frauen auf dem Parque Central von Bayamo öffentlich gesungen wurde, dauerte es noch bis 1902 bis es, als Nationalhymne der Republik Kuba offiziell eingeführt wurde.

Berühmte Persönlichkeiten von Bayamo

Eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Stadt war Manuel del Socorro Rodrígueza. Im Jahre 1758 in Bayamo geboren und später Bibliothekar der Königlichen Bibliothek Kolumbiens erkoren wurde. Der Poet und Musiker Pablo Milanés wurde 1943 in Bayamo geboren und legte hier auch den Grundstein für seine späteren Erfolge. Schon in Kindertagen nahm er an Gesangswettbewerben teil und zog Anfang der 1950er Jahre mit seiner Familie nach Havanna. Dort wurde er durch die Teilnahme an einer Talentshow bekannt und er prägte so ab 1956 die Musikszene Kubas als bekannter Berufsmusiker. Durch die die Bewegung „Neva Trova“ wurde er im gesamten spanischen Sprachraum bekannt. 1993 gründete er die Pablo-Milans-Stiftung und investierte ein Startkapital von 160.000 US-Dollar. Ebenfalls ein Sohn der Stadt und ein Nationalheld in Sachen Sport ist Rolando Urios Fonseca, der im Jahr 1971 in Bayamo das Licht der Welt erblickte. Der Handballer gilt als einer der besten Handballer des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts und spielte viele Jahre erfolgreich für die spanische Nationalmannschaft.

Anreise nach Bayamo

Bayamo ist bequem per Bus oder Zug erreichbar. Während die Busgesellschaft Viazul dreimal täglich von Havanna aus Bayamo anfährt. Beschränkt sich der Zugverkehr auf viermal wöchentlich. An diesen Tagen fahren Züge von Havanna über Bayamo nach Santiago. Zugtickets können direkt am Schalter der Zuggesellschaft am Bahnhof Havanna gelöst werden. Die Fahrtkosten für den Bus können hingegen direkt im Bus beglichen werden. Eine Fahrt mit dem Bus von Havanna nach Bayamo dauert circa 13 Stunden und kostet 44 CUC.

Die reizvollen Ausflugsziele rund um Bayamo

Wer den Osten Kubas genauer erkunden möchte, der sollte Bayamo als Ausgangspunkt für seine Abenteuer wählen. Die Stadt bietet alles, was für einen angenehmen Aufenthalt nötig ist und eignet sich auf Grund der Lage perfekt als Startpunkt für diverse Erkundungstouren.

Sehr empfehlenswert ist ein Ausflug in die Hafenstadt Manzanillo. Die malerische Kleinstadt ist das Zentrum der Provinz Granma. Hier treffen Besucher auf beeindruckende Architektur und auf das Nationalheiligtum die Demajagua. Hier lag die Wiege für den Unabhängigkeitskrieg Kubas, der seinen Höhepunkt in Bayamo fand. Besonders das Zentrum der Küstenstadt ist zauberhaft und lädt zum Bummeln ein. Das bekannteste Gebäude ist der Pavillon im Zentralpark Parque Céspedes, der im maurischen Stil erbaut wurde und sofort die Blicke auf sich zieht. Vom Massentourismus verschont ist die Stadt ideal um Kuba in all seinen Facetten zu genießen.

Ebenfalls interessant sind Ausflüge in die Berge der Sierra Maestra. Hier wandelt man auf den Spuren von Fidel Castros Rebellen, die von hier aus die Revolution in Gang setzten. Ebenso interessant ist ein Besuch der Comandancia General de La Plata im Dschungel. Hier wandelt man ebenfalls auf den Spuren der Revolution, denn es war einst der Sitz der provisorischen Revolutionsregierung Kubas. Zudem lohnen Wanderungen im Osten Kubas auch aufgrund der reizvollen Landschaft. Auch sollten Naturliebhaber Kubas Flora im Blick behalten, denn mit alleine 6500 verschiedenen Samenpflanzen bietet diese eine beeindruckende Vielfalt, wobei gut die Hälfte davon endemisch und nur auf Kuba bewundert werden kann.

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