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Die Sprache auf Kuba

Da Castellano ist die Landessprache auf Kuba, es handelt sich dabei um die offizielle spanische Amtssprache. Sämtliche Beschilderung auf ganz Kuba aber auch Texte aller Art im öffentlichen Raum sind in dieser Sprache gehalten. Das Verstehen der Beschriftungen, auch in Geschäften, kann also für die vielen Besucher und Touristen Kubas durchaus zum Problem werden. Beschriftungen in englischer Sprache werden Touristen auf Kuba nahezu überall vergebens suchen. Auch beliebte Touristenzentren sowie Museen bieten zumeist keine englischsprachigen Details zur besseren Orientierung. Außerdem handelt es sich bei der kubanischen Landessprache nicht um genuines Spanisch, sondern um eine Abwandlung davon mit landestypischen Besonderheiten. Dieses sogenannte kubanische Spanisch weist also in Vokabular, Grammatik und Satzstellung im Vergleich zum klassischen Spanisch doch erhebliche Abweichungen auf. Es ist also aus Verständigungszwecken gesehen auch weit mehr als bloß ein Dialekt der spanischen Sprache.

Englisch war den Kubanern lange Zeit sehr fremd

Wer also nach Kuba einreist und nur geringe oder vielleicht sogar auch gar keine Spanisch Kenntnisse mitbringen, kann schnell auf das eine oder andere Verständigungsproblem stoßen. Unter Berücksichtigung des kubanischen Dialektes ist es jedoch auch für ganz Unbedarfte möglich, sich in relativ kurzer Zeit ein wenig Sprachkenntnis vor Ort anzueignen, damit es nicht zu peinlichen Verständigungsschwierigkeiten kommt. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, die nachfolgenden Tipps zu beherzigen und bei der nächsten Reise auf Kuba einfach mal auszuprobieren und anzuwenden. Viele, die sich mit der kubanischen Kultur und der landestypischen Sprache beschäftigt haben, fragen sich vielleicht, warum nicht längst auch Englisch in den Sprachschatz zumindest ansatzweise Eingang gefunden hat. Der Hintergrund ist der, dass es zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Kuba lange Zeit große Differenzen, ja Feindseligkeiten, gegeben hat. Englisch war also nicht unbedingt eine Sprache, die gerne auf Kuba gelehrt oder gehört wurde.

Die Sprache auf Kuba

Die Sprache auf Kuba ©iStockphoto/lemhartley

Der kubanische Nationalstolz findet seinen Ausdruck auch in der eigenen Sprache

Außerdem verfügen die Kubaner über einen ausgeprägten Nationalstolz, sowie das in anderen Ländern Lateinamerikas natürlich auch der Fall ist. Und es ist nicht zuletzt auch die ganz eigene Sprache, über die sich die Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Nation vornehmlich definiert. Schaut man sich als Kulturinteressierter auf Kuba um, so ist festzustellen, dass sich Musik, Literatur, Film und Theater fast ausschließlich auf spanischsprachige Werke konzentrieren. Die englische Sprache ist aber nicht nur in diesem Bereich tatsächlich auf ganz Kuba wenig präsent, sodass es Touristen entsprechend schwer haben mit der Verständigung. Wer nach Kuba reist, sollte also nicht dem Irrtum unterliegen, sich irgendwie mit Englisch schon durchschlagen zu können. Englisch als Weltsprache ist also bis heute noch nicht auf Kuba angekommen. Es darf jedoch auch keinesfalls angenommen werden, dass die kubanische Bevölkerung irgendwelche Berührungsängste oder gar Scheu vor fremden Sprachen hat. Denn dem ist sicherlich nicht so.

Englisch hat es mittlerweile auf Kuba in den Schulunterricht geschafft

Ein Klick auf das Schulsystem genügt, um festzustellen, dass bis Anfang der 1990-er Jahre Russisch als Fremdsprache verpflichtend an den Oberschulen war. Aus ihrer Zeit in der Deutschen Demokratischen Republik, DDR, bringen viele Kubaner ganz passable Kenntnisse in Deutsch aber auch in Russisch mit. Deshalb sind viele deutsche Touristen auch überrascht, dass die Kommunikation auf Deutsch mit Einheimischen an vielen Stellen erstaunlich gut funktionieren kann. Selbst ein Motorrad aus DDR-Zeiten nennen viele Kubaner auch heute noch ihr Eigen. In den letzten Jahren ist jedoch ein Wandel zu beobachten, was das Lernen und auch Anwenden der englischen Sprache betrifft. Denn das Kursangebot insbesondere für junge Menschen wächst mit dem stetig zunehmenden Tourismus auf Kuba. Englisch wird heutzutage auf Kuba sogar als Pflicht-Schulfach unterrichtet, doch nach wie vor hält sich die Verbreitung der englischen Sprache im Alltag doch noch erheblich in Grenzen.

Mit guten spanischen Sprachkenntnissen werden sich Touristen auf Kuba zurechtfinden

Die meisten Lehrer auf Kuba sind zur Vermittlung von englischsprachigen Kenntnissen an ihre Schüler leider nur unzureichend ausgebildet und das Angebot an englischsprachigen Kursen ist nach wie vor ziemlich klein. Außerdem werden Englisch sprechenden Menschen bis heute nicht immer die beste Absichten unterstellt. Viele sogenannte Jineteros haben sich in Havanna auf touristische Devisen spezialisiert. Im Unterschied zur übrigen kubanischen Bevölkerung verfügen Jineteros jedoch über ganz passable englische Sprachkenntnisse. Wer auf Kuba also tatsächlich mit Einheimischen in Kontakt treten oder bestimmte Leute kennenlernen möchte, kommt um erweiterte Spanischkenntnisse eigentlich nicht herum. Das zeigen die Erfahrungen jedenfalls ganz eindeutig. Stand heute kann natürlich niemand genau abschätzen, wo diese kubanische Sprachreise letztlich enden wird und ob nicht doch vielleicht schon in ein paar Jahren allgemein eine gute Kommunikation auch in englischer Sprache möglich sein könnte.

Im schnellen Sprechgewitter unbedingt auf den typisch kubanischen Akzent achten

Es wird an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass nicht jeder Englisch sprechende Kubaner auch zwangsläufig ein Jinetero sein muss. Wer sich außerhalb der bekannten Touristenzentren aufhält, wird früher oder später nicht drum herumkommen, sich mit der Amtssprache auf Kuba zu beschäftigen. Eine brauchbare Alternative zur besseren Verständigung im Alltag könnte auch ein sogenanntes Ohne-Wörter-Wörterbuch sein, wo gebräuchliche Gegenstände oder Alltagssituationen bildlich dargestellt sind. Aber es ist doch alle Mal besser, sich rechtzeitig mit der besonderen spanischen Sprache auf Kuba auseinanderzusetzen. Ganz herausstechende Besonderheit des kubanischen Spanisch ist der Akzent, für Einheimische unmissverständlich, für Außenstehende jedoch manchmal schwer zu verstehen, selbst wenn spanische Grundkenntnisse vorhanden sind.

Eigene Wortkreationen und Verschlucken von Vokalen typisch für Kuba

Es gibt also auf Kuba ganz klare Unterschiede zu Hoch-Spanisch, so wird etwa der stimmlose th-Laut bei den Buchstaben S und C wie ein ß ausgesprochen. Kommuniziert wird in der Regel in der Du-Form. Auch das Duzen von Straßenverkäufern oder Polizisten ist auf Kuba also durchaus nicht ungewöhnlich und wird auch nicht als unhöflich empfunden. Das spanische Vosotros, 2. Person Plural, ist in der Alltagssprache ebenfalls nicht gebräuchlich und weitgehend ersetzt durch Ustedes, als plurale Höflichkeitsform. Wer mit Kubanern in deren Landessprache kommuniziert, wird schnell feststellen, dass ungewöhnlich schnell gesprochen wird, denn viele Vokale werden einfach verschluckt. Die Unterschiede in Phonetik oder Morphologie gegenüber dem genuinen Spanisch sind also signifikant, doch damit nicht genug, denn es gibt tatsächlich einige Wörter, welche nur in Da Castellano auf Kuba so existieren. Beispiel für diese sogenannten Kubanismen der regionalen Sprache sind el pomo anstatt la botella für Flasche, yuma als umgangssprachliches Wort für Ausländer oder fula als Wort für den US-Dollar.

Touristen wird ein Grundwortschatz empfohlen, der wie ein Türöffner wirkt

Das bekannte Wort Jinitero bzw. Jinitera bedeutet wörtlich übersetzt eigentlich Reiter. Auf Kuba steht es jedoch nicht nur für Prostituierte, sondern für eine ganze Gruppe von Leuten, welche sich an Touristen und Fremde heranmachen, um diesen zwielichtige Geschäfte unterzujubeln. Aus der Sprachanwendung der indigenen Bevölkerung auf Kuba leitet sich das Wort asere ab, was in etwa so viel bedeutet wie Kollege, Alter oder Kumpel. Die wesentlichen Unterschiede der Sprache auf Kuba manifestieren sich insbesondere beim aktiven Sprechen. Beim Blick auf die Texte von Beschilderungen, Speisekarten oder Landkarten zeigt sich jedoch, dass nur wenige Unterschiede zum normalen Spanisch vorhanden sind. Wer Spanisch ganz gut beherrscht, wird sich auch im Gespräch mit der einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich nicht schwertun, manches Wortgebilde sinnhaft zu begreifen und nachzuvollziehen. Die Gefahr liegt bei einem solch ausgeprägtem Dialekt wie auf Kuba im direkten Gespräch aber trotzdem immer darin, dass Dinge falsch oder missverstanden werden. Gegenüber den Einheimischen ist ein Grundwortschatz in Spanisch und Da Castellano aber nicht nur höflich, sondern wirkt durch große Sympathien wie ein Türöffner beim kubanischen Gegenüber.

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