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Trinidad

Die kubanische Stadt Trinidad liegt an der zentralen Südküste der Karibikinsel zwischen den Bergen des Nationalparks und den nahe gelegenen Karibikstränden. Enge Gassen, bunte Häuser und Kopfsteinpflaster prägen die ehemalige spanische Kolonialstadt, die heute rund 75.000 Einwohner hat. Im Stadtzentrum befindet sich bei der Casa de la Música die berühmteste Treppe Kubas. Von hier aus bietet sich der schönste Blick über den Hauptplatz Trinidads mit der Kathedrale und den umliegenden grünen Parks. In der Altstadt gibt es zahlreiche Bars, die Kaffee, kleine Snacks und den beliebten Mojito-Cocktail servieren. Abends füllt sich der Platz mit Einheimischen, die zu Live-Musik wie Salsa und Son tanzen. Die entspannte Atmosphäre ist vor allem an Wochenenden spürbar, wenn bis spät in die Nacht kubanische Tänze getanzt werden. Kleine, enge Gässchen führen durch die Altstadt mit ihren pastellfarbenen Häuschen.

Die Geschichte der Stadt

Gegründet wurde Trinidad bereits im Jahr 1514 vom spanischen Eroberer Diego Velázquez de Cuéllar. Damals trug die Stadt den Namen „Villa De la Santísima Trinidad“. Nach Baracoa und Bayamo war Trinidad bereits die dritte Siedlungsgründung der Spanier auf der Insel Kuba. Ursprünglich wollten die Einwohner Trinidads ihren Lebensunterhalt durch das Fischen von Gold in den nahe gelegenen Flüssen verdienen. Allerdings erwies sich diese Hoffnung schnell als unrealistisch. Die Stadt lebte deshalb bis zum 18. Jahrhundert hauptsächlich vom Schmuggel. Ihren wirtschaftlichen Aufstieg verdankt Trinidad dem Anbau von Zuckerrohr und dem Sklavenhandel. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt deshalb zu den bedeutendsten Zuckermetropolen Kubas. Zu den weiteren Wirtschaftszweigen gehörten Tabakanbau und Viehzucht.

Trinidad

Trinidad
©iStockphoto/rpeters86

Drittgrößte Stadt Kubas

Der wirtschaftliche Aufschwung zog viele neue Bewohner an und machte Trinidad zur drittgrößten Stadt Kubas, allerdings musste die wohlhabende Kommune auch dreimalige Plünderungen durch Piraten erdulden. Eine der größten Zuckerrohrplantagen befindet sich im Valle de los Ingenios, wo im Jahr 1830 die ersten Zuckermühlen ihren Betrieb aufnahmen. Während seiner zweiten Südamerika-Expedition verbrachte auch der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt im Jahr 1801 eine kurze Zeit in Trinidad. Die Blütephase der Stadt endete erst am Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Rückgang der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr. Das mittelalterliche Straßenbild, Kathedralen und Kirchen, koloniale Prachtbauten rund um die Plaza Major sowie zahlreiche Museen und Galerien machen Trinidad zu einem beliebten Reiseziel auf Kuba. Im Jahr 1988 wurde die Stadt zusammen mit den 20 Kilometer entfernten Zuckerrohrplantagen des Valle de los Ingenios von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Unter Einheimischen und Reisenden gilt Trinidad seit Langem als der schönste Ort auf Kuba.

Ein Stadtrundgang durch die Altstadt von Trinidad

Die historische Altstadt von Trinidad lässt sich bei einem Spaziergang am besten entdecken. Vom Reichtum der Plantagenbesitzer zeugen heute noch die prächtigen Patrizierhäuser mit ihren großzügigen Gärten. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählt die Kathedrale von Trinidad, die Iglesia Parroquial de la Santísima Trinidad. Erbaut wurde das mächtige Gotteshaus, das gleichzeitig die größte Kirche der Stadt ist, im Jahr 1892 im neoklassischen Stil. Im Inneren sind eine Jesusstatue aus dem 18. Jahrhundert sowie ein der Jungfrau Nuestra Señora de la Piedad gewidmeter Renaissance-Altar zu sehen. Mitten im Zentrum der Stadt liegt die Plaza Mayor, der Hauptplatz, an den sich ein kleiner Park anschließt. Gemütliche Bänke laden zum Ausruhen ein. Abends wird der Platz von Laternen aus der späten Kolonialzeit erleuchtet. Die Plaza Mayor zählt zu den schönsten Plätzen in Trinidad und wird von bunten Häusern und prachtvollen Gebäuden gesäumt. In den Seitengassen finden sich vornehme Paläste und Villen mit begrünten Innenhöfen, die ursprünglich von reichen Zuckermagnaten im 19. Jahrhundert errichtet wurden.

Die Museen von Trinidad

In Trinidad gibt es zahlreiche Museen, die Einblick in die Geschichte der Stadt gewähren. Eine frühere Residenz einer der reichsten Familien beherbergt heute das Museo Romántico, das romantische Museum. In den zahlreichen Räumen der Villa wird eine beeindruckende Sammlung dekorativer Kunst, die von der Besitzerfamilie im Laufe des 19. Jahrhunderts zusammengetragen wurde, gezeigt. Viele Gegenstände stammen aus dem alltäglichen Leben der reichen Familie und sind in einer Weise arrangiert, das der Besucher den Eindruck erhält, die Hausherren kehrten jeden Augenblick zurück. In einem ehemaligen Franziskanischen Mönchskloster befindet sich das Museo Nacional de Lucha Contra Bandidos, das Ausstellungsstücke, die im Kampf gegen Banditen verwendet wurden, zeigt. Das Museumsgebäude aus dem 18. Jahrhundert ist an seinem hohen Kirchturm bereits von Weitem zu erkennen. Die meisten der gezeigten Objekte stammen aus der Zeit vor und nach der Revolution. Unter den ausgestellten Gegenständen befinden sich unterschiedliche Waffen, Uniformen sowie ein Fragment eines während der Kubakrise 1962 abgeschossenen U-2 Spionageflugzeugs. Ein blaues Holzhaus, das sich unmittelbar an der Plaza Mayor befindet, beherbergt das Museum der Architektur der Kolonialzeit.

Töpferarbeiten aus Trinidad

Im Museo de Arquitectura Colonial sind bauliche Besonderheiten aus der Zeit der spanischen Eroberung ausgestellt. Über die Präkolumbianische Geschichte in der Region rund um Trinidad informiert das Archäologische Museum der Stadt. Im Museo de Arqueología Guamuhaya befinden sich interessante Ausstellungsstücke aus der vorspanischen Zeit Kubas. Das Stadtmuseum, wie das Museo de Historia Municipal genannt wird, befindet sich im Palacio Cantero, einem prunkvollen Stadtpalast, der ehemals einer reichen Familie der Stadt gehörte. Vom Turm des Gebäudes aus lässt sich die Stadt Trinidad mit ihrem restaurierten Stadtzentrum und den modernen Außenbezirken überblicken. Die Aussicht reicht sogar bis zur karibischen Küste. In Trinidad haben sich viele Künstler niedergelassen. In der Kunstgalerie Galería de Arte Benito Ortíz finden regelmäßig Ausstellungen mit Kunstwerken der wichtigsten Künstler Trinidads statt. Bei einer Kunstausstellung werden Gemälde, Schnitzkunst sowie Keramik gezeigt und verkauft. In der Töpfereifabrik Casa del Alfarero können Besucher den Töpfern bei der Arbeit zusehen und die hergestellten Erzeugnisse auch kaufen. Die Stadt Trinidad ist in Kuba für ihre Keramik bekannt. Wer während des Urlaubs Salsa tanzen lernen möchte, kann sich im Kulturhaus von Trinidad zu einem Tanzkurs anmelden.

Das Valle de los Ingenios und die berühmten Zuckerfabriken

Im 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Tal der Zuckermühlen verdiente früher ein Großteil der Bevölkerung Trinidads seinen Lebensunterhalt. Das fruchtbare Ackerland des Valle de los Ingenios wurde schon im 17. Jahrhundert bebaut und zählte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu den wichtigsten Zuckeranbaugebieten der Insel Kuba. Nachdem in der westlichen Welt zunehmend auch Zuckerrüben für die Zuckerproduktion genutzt wurden, verlor die Zuckerherstellung in Trinidad an Bedeutung. Bei einem Besuch des Valle de los Ingenios erschließt sich die Weite der Landschaft und ihre ehemalige Bedeutung als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die beste Aussicht bietet sich vom 45 Meter hohen Torre Manacas-Iznaga aus. Der Turm, der über eine Glocke verfügt, diente früher zur Beaufsichtigung Tausender Sklaven, die auf den Feldern und in den Zuckerplantagen arbeiteten. In Trinidad berichten Einheimische heute noch von einer Legende, der zufolge ein eifersüchtiger Plantagenbesitzer seine wesentlich jüngere Ehefrau im Turm einsperrte. Deshalb soll es vor allem in hellen Mondnächten im obersten Stockwerk des Sklaventurms spuken.

Die Strände von Trinidad

Obwohl die Stadt Trinidad im Inneren der Insel Kuba liegt, besitzt sie 10 Kilometer in südlicher Richtung vom Stadtzentrum schöne Sandstrände. Der feinsandige Strand Playa Ancón ist mit seinem Karibikflair heute der berühmteste der Trinidad-Strände und gleichzeitig der schönste Sandstrand an der Südküste Kubas. Der Haupt-Strandabschnitt befindet sich vor den Hotels. Hier gibt es einen Liegestuhlverleih und ein Wassersportzentrum, das Ausflüge mit dem Katamaran anbietet und Schnorchel- und Tauchausrüstungen verleiht. Strandbars sorgen mit Live-Musik für Unterhaltung bis in die späten Abendstunden. In der Umgebung gibt es weitere kleinere Strände, an denen sich immer ein ruhiges Plätzchen an der Sonne findet. Die Anfahrt zur Playa Ancón ist mit dem Leihfahrrad, dem Mietwagen oder dem Taxi möglich. Westlich der Playa Ancón liegt der kleine Strand Playa La Boca. Dieser Strandabschnitt wird vor allem von einheimischen Besuchern bevorzugt. In den Sommermonaten geht es hier durchaus lebhaft zu, wenn die Stimmung einer großen Fiesta gleicht. Fünf Kilometer von Trinidad entfernt befindet sich der Casilda-Strand, der zur gleichnamigen Ortschaft gehört und sich für Ruhe suchende Urlauber eignet. In der Umgebung von Trinidad gibt es mehr als acht interessante Tauchreviere. Die meisten befinden sich in einem der Halbinsel Ancón vorgelagerten Korallenriffen und sind über den Ancón-Strand erreichbar.

Vielseitiges Nachtleben in Trinidad

In der Stadt Trinidad finden Nachtschwärmer zahlreiche Bars, Diskotheken und Clubs, in denen bis zum frühen Morgen gefeiert wird. Meist trifft man sich am Abend auf der ausladenden Treppe nahe der Kathedrale. Während die kleinen Cafés erfrischende Drinks servieren, tanzen viele Einheimische bereits zu den Rhythmen kubanischer Live-Musik. Später ziehen alle zu den verschiedenen Bars und Clubs weiter. Beliebt ist vor allem die Diskothek Ayala Las Cuevas, die sich oberhalb von Trinidad befindet. Neben einer schönen Aussicht auf das nächtliche Trinidad bietet die Höhlen-Disko ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit Salsa Latina, Reggaeton, Pop und House.

Übernachten in Trinidad

Zusätzlich zu einigen modernen Hotels gibt es in Trinidad auch typisch kubanische Unterkünfte, die sogenannten Casas Particulares. Diese Privatzimmer werden von kubanischen Familien vermietet. Meist befinden sich die Zimmer in einem der großzügigen Häuser oder in einer Stadtvilla. Manche Gastgeber führen auch ein privates Restaurant und bietet in ihrem „Paladares“ Abendessen im Familienkreis an. Zu den lokalen Spezialitäten, die jeder Reisende in Trinidad probieren sollte, zählen Geißelgarnelen in Knoblauch, Languste mit Gemüse-Beilagen und gegrillte Krake mit Mango-Soße.

Anreise nach Trinidad

Mit der kubanischen Hauptstadt Havanna ist Trinidad durch regelmäßige Busverbindungen, die von der Busgesellschaft Viazul durchgeführt werden, verbunden. Die Busse gelten als sehr zuverlässig und benötigen für die Entfernung von rund 320 Kilometern circa 6 Stunden. Von der 500 Kilometer entfernten Stadt Vinales dauert die Busfahrt etwa 10 Stunden. Die Strecke zwischen Varadero und Trinidad mit einer Entfernung von 247 Kilometern wird in circa 6:30 Stunden zurückgelegt. Mit einem Mietwagen sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden, da die Straßen oft in einem schlechten Zustand oder nicht ausreichend ausgeschildert sind. In Trinidad gibt es auch einen Bahnhof mit einem einzigen Bahnsteig. Von dort verkehren Züge, mit den drei unterschiedliche Bahnausflüge in die nähere Umgebung unternommen werden können. Die Abfahrt für den Ausflugszug in das Zuckertal Valle de los Ingenios ist morgens um 9:30 Uhr, die Rückkehr nach Trinidad ist circa um 14:50 Uhr. Unterwegs hält der Zug in Iznaga und Guachinango. Ein Regionalzug, der Trinidad mit Meyer verbindet, fährt zweimal täglich ebenfalls ins Valle de los Ingenios. Der Schienenbus verkehrt auf der gleichen Strecke wie der Ausflugszug und fährt vom Zuckerrohr-Tal noch weiter bis zur Endstation Meyer, die 25 Kilometer östlich von Trinidad liegt. Durch einen Schienenbus ist Trinidad auch mit dem Küstenort Casilda verbunden. Auf der 5 Kilometer langen Strecke fährt die Bahn größtenteils entlang der Hauptstraße bis zum Meer.

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